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Radtour 9-2019 Naturpark Westhavelland

Die Tour fand am Samstag, den 28. September statt und war als Rundkurs angelegt mit Start und Ziel in Rathenow. Die berechnete Streckenlänge betrug 62km. Da an diesem Wochenende auf der S-Bahnlinie S2 wegen Bauarbeiten wieder Schienenersatzverkehr eingerichtet war, mussten wir mit dem Fahrrad nach Südkreuz (von dort mit dem RE4 nach Rathenow) fahren und abends natürlich auf gleiche Weise wieder zurück, so dass die Gesamtdistanz 86km betrug. 13 Teilnehmer, darunter ein neues Gesicht, haben das aber gut bewältigt.

Der Rundkurs führte uns in das größte Vogelschutzgebiet Brandenburgs am Gülper See, wo mehrere Beobachtungspunkte eingerichtet und große Scharen nordischer Gänse zu beobachten waren. Ein einzigartiges Naturschauspiel!

Zuvor jedoch, nach ca. einem Drittel der Strecke, erreichten wir Stölln. Dort machten wir die erste große Pause, denn es gab viel zu sehen: Vom 110m hohen Stöllner Gollenbergs führte der Ingenieur Otto Lilienthal ab 1893 seine erfolgreichen Flugversuche durch und wurde somit zum Pionier der Luftfahrt. Im Jahre 1896 verunglückte er allerdings dort auch; ein Gedenkstein auf dem Gollenberg erinnert an beides. Im Ort wurde in der sanierten „Alten Brennerei“ das „Lilienthal-Centrum“ eingerichtet, wo in einer Dauerausstellung Lilienthals Leistungen erläutert und gewürdigt werden.
Eine weitere Attraktion des Ortes ist „Lady Agnes“, eine IL62! In einem Flyer über Stölln ist zu lesen: „Am 23. Oktober 1989 landete Flugkapitän Heinz-Dieter Kallbach ein Langstreckenpassagierflugzeug der Interflug Typ Iljuschin62 auf der nur 860m kurzen Landebahn des Segelflugplatzes und kam damit ins Guinnessbuch der Rekorde“.
Im Inneren des Flugzeuges sowie im benachbarten Airport Stölln sind Ausstellungen über die ehemalige DDR-Fluggesellschaft Interflug zu besichtigen. Darüber hinaus ist im vorderen Teil des Flugzeuges ein Standesamt für Eheschließungen eingerichtet! Alles total originell und absolut sehenswert! Übrigens: Die IL62 wurde deshalb auf den Namen „Lady Agnes“ getauft, weil es der Vorname von Lilienthals Ehefrau war…

Das kulinarische kam auch nicht zu kurz, denn im Hotel-Restaurant „Schwalbenest“ Stölln haben wir vorzüglich zu Mittag gegessen.

Mit dem Wetter hatten wir ja wirklich wieder Glück. Nachdem es am Vortag ganztags regnete (am Tag danach übrigens auch), erbarmte sich Petrus am Samstag und bescherte uns einen Sonne-Wolken-Mix. Einen viertelstündigen orkanartigen Wolkenbruch um die Mittagszeit überstanden wir unbeschadet, da wir just zu dieser Zeit die Interflug-Ausstellung besichtigten, uns also im Trocknen befanden und ungläubig durchs Fenster sehen konnten, was sich draußen da so abspielte. Danach war der Himmel wieder blau und das Wetter tat so, als wäre nichts gewesen. Am Nachmittag verfärbte sich der Himmel erneut mehrfach in Drohgebärden, aber es blieb trocken. Zwischenzeitlich angelegte Regenbekleidung konnte nach einiger Zeit wieder eingepackt werden. Somit erreichten wir am Abend wieder Rathenow, von wo es mit dem RE4 zurück nach Berlin ging

Fazit: Es war eine interessante, auch landschaftlich schöne Tour, wieder eine sehr harmonische Gruppe, kein Unfall und keine Panne. Was will man mehr…?!

Manfred Jahns